Biometrie im Verbund

biometrische Systeme verhindern, dass Fremdkörper (z.B. Transponder) mit in hygienische Bereiche gelangen und verhindern Verwechslung und Betrug.

Was versteht man unter biometrischen Systemen?

Biometrie steht als Oberbegriff für die Vermessung von Lebewesen und die mögliche Auswertung der spezifischen Merkmale, die teilweise einzigartig sind. So sind zum Beispiel auch Geschlecht, Größe, Gewicht und spezielle Narben biometrische Kennungen. Sie sind aber eben nicht einzigartig. Die in der Forensik verwendete DNA des Menschen ist das derzeit exakteste biometriche Merkmal, ist aber natürlich aufgrund der Komplexität der Ermittlung für Zeiterfassung und Zutrittskontrolle ungeeignet.

Hier bieten sich andere – einfachere – Methoden an, die auch zunehmend Verwendung finden. Je nach Anforderung sind bereits hier hochkomplexe Methoden gang und gäbe. Der Ablauf ist aber dennoch immer gleich: In der Software wird pro Person mindestens ein „Referenzabdruck“ des biometrischen Merkmals hinterlegt und bei jeder folgenden Buchung – sei zur Erfassung der Zeit oder um Zutritt zu erhalten – gleicht die Software das vorgelegte biometrische Muster mit dem hinterlegten ab und reagiert entsprechend. Die biometrischen Merkmale dienen sowohl der Identifikation als auch der Verifikation von Personen.

Entscheidend hierbei ist – insbesondere bei Verwendung von Fingerabdrücken – die der Anforderung entsprechenden Sicherheitsstufe zu ermitteln, damit nicht unberechtigte Personen genehmigt werden (FAR = False Acceptance Rate) oder berechtigte Personen abgelehnt werden (FRR = False Rejection Rate) – siehe nachfolgende Grafik.

Grafik: Equal Error Rate
Equal Error Rate

Warum Biometrie?

Zunächst erscheint die Befürchtung eines Betruges vordergründig als das maßgebliche Entscheidungskriterium für den Einsatz von Biometrie. Tatsächlich ist dies einer der Gründe in der Zeiterfassung – einen Finger kann man nicht weitergeben – aber er ist bei weitem nicht der Wichtigste. So gibt es viele Berufsgruppen, die einfach keine Identifikationsmedien mit sich tragen können oder auch mit sich tragen dürfen. Beispiele hierfür gibt es viele, so ist ein Zutritt oder auch eine Zeiterfassung im Reinraumbereich oft nur mittels biometrischem Merkmal möglich, da keine Gegenstände in diesen Bereich mitgenommen werden können. Gleiches gilt für die Lebensmittelindustrie, denn es mach sicher keinen Spaß, wenn Sie eine Dose öffnen und es kommt Ihnen ein Transponder entgegen.

Nicht zuletzt ist der Kostenfaktor ein tragendes Argument, denn die Betriebskosten gegenüber medienbehafteter Bedienung kann aufgrund der eingesetzten RFID-Transponder durchaus niedriger sein.

Biometrische Verfahren für Zeiterfassung und Zutrittskontrolle

Fingerabdruck / Fingerprint

Hierbei werden die Fingerabdrücke von bis zu 3 Fingern pro Person als Referenz hinterlegt und bei Buchung vergleichen Hardware und Software den gelesenen Finger mit den hinterlegten Fingerabdrücken. Dies ist die in Zeiterfassung und Zutrittskontrolle einfachste Methode, nicht zuletzt, weil sie inzwischen durch die meisten Menschen als „normal“ empfunden wird.

Gesichtsfelderkennung

Auch das Gesicht hat unveränderliche Merkmale wie Form, Position von Augen, Nase Mund zueinander und kann so für biometrische Messungen heran gezogen werden. Insbesondere in der Zutrittskontrolle wird die Gesichtfelderkennung bei erhöhtem Sicherheitsbedarf eingesetzt. Unterschieden wird zwischen der 2D- und der 3D-Erkennung, wobei letztere deutlich genauer aber auch teurer ist.

Iris-Erkennung

Die Iris ist ein biometrischen Merkmal, das extrem genau ausgewertet werden kann. Der Vorteil dieser Methode ist die – im Verhältnis zu den anderen Methoden – sehr geringe Falscherkennungsrate (FAR, FRR). Allerdings scheuen sich viele Menschen, in ein solches Gerät zu schauen. Die Iris-Erkennung wird so gut wie ausschließlich für die Zutrittskontrolle in Hochsicherheitsbereiche eingesetzt.

Venen-Erkennung

Die Venen-Erkennung wird als eine der sichersten Methoden in der Biometrie eingestuft. Auch hier ist der Einsatz vorwiegend in sicherheitstechnischen Anlagen. Hierbei werden die Handvenen gelesen, die sich ebenso fast nicht mehr verändern. Im Gegensatz zur Iris-Scan gibt es hier – bei nahezu identischer Sicherheit – kaum Akzepanzprobleme bei den Benutzern.

Natürlich sind weitere Verfahren am Markt erhältlich, die jedoch in unserer Zeiterfassung und Zutrittskontrolle keine Rolle spielen.

Darüber hinaus können alle biometrische Verfahren mit anderen Verfahren wie der RFID-Technik oder auch Tastaturen kombiniert werden.

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