Zutrittskontrolle vernetzt

Die zentrale Verwaltung der Personen und Zutrittsstellen, verbunden über Intranet. Speicherung der berechtigten Zutritte, aber auch der abgelehnten Zutrittsversuche.

Zutrittskontrolle im Netzwerk

Von Vernetzung wird immer dann gesprochen, wenn die Geräte am Zutrittspunkt eine direkte oder indirekte Verbindung zu einer Software haben.
In dieser Software werden die Namen der Personen und die jeweils zugehörigen Berechtigungen hinterlegt und verwaltet.

Über diese Software werden aber nicht nur die Zugangsprofile hinterlegt (wer kann wann welche Tür öffnen), sondern auch die Zutritte und die Zutrittsversuche mitgeschrieben und können dann ausgewertet werden.
Hierbei kann hinterlegt werden, dass bei definierten Aktionen eine Reaktion ausgelöst werden soll, z.B. bei Türöffnung soll das Licht eingeschaltet werden, bei einem unberechtigten Zutrittsversuch soll eine Alarmierung erfolgen, usw.).

Aufgrund dieser sehr feinen Konfigurationsmöglichkeiten können Zutrittskontrollsysteme auch mit Einbruchmeldeanlagen (EMA) oder einer Video-Überwachung kombiniert werden.

Die Handlungen am sogenannten Zutrittspunkt werden jederzeit in der Software mitgeschrieben.
Die vernetzten Geräte sind in fast allen Fällen zwar offline-fähig, dies besagt, dass die Geräte auch bei einer gekappten Datenverbindung zur Software ihren Dienst weiterhin tun, allerdings können Änderungen von Personen und Zugangsprofilen ohne Datenverbindung nicht an die Geräte übermittelt werden.

Zutrittskontrolle in der Praxis

Für den Betrieb an den Türen ist eine Netzwerkverbindung notwendig. Die gängigste Methode ist hierbei die Verwendung eines im Unternehmen vorhandenen LAN-Netzwerkes. Das Gerät erhält eine IP-Adresse und wird mittels Standard-Patchkabel mit dem internen Netzwerk verbunden. Da sich der Server ebenfalls in diesem Netzwerk befindet, können Server und Gerät über die jeweiligen Adressierungen miteinander „reden“.

Soll nun eine Tür eingebunden werden, an der sich aktuell kein Netzwerk befindet, muss dieses installiert werden.
Das Netzwerk muss nun nicht zwingend ein Ethernet-Netzwerk sein, auch ein RS485-Bus oder eine Funkverbindung kann diese Funktionen übernehmen.

Ist es nicht möglich, ein Netzwerk an den Zutrittspunkt zu legen, bleibt natürlich die Möglichkeit, für diesen speziellen Zutrittspunkt ein Offline- bzw. Standalone-Gerät zu benutzen.

Zutrittsmedien bei vernetzten Systemen

Es werden alle Zutrittsmedien verwendet, die auch Offline verwendbar sind

  • Tasture
  • Berührungslose Leser (RFID)
  • Biometrische Leser
  • Elektronische Schließzylinder
  • und Kombinationen der einzelnen Methoden

Darüber hinaus gibt es Sonderanwendungen wie zum Beispiel Longe-Range-Leser, die Lesereichweiten bis zu 5 Meter erreichen (in Verbindung mit aktiven Transpondern) sowie Gesichtserkennung, die ausschließlich dann funktionieren, wenn eine aktive Verbindung zur Software besteht.

Elektronische Zylinder (Offline-Betrieb) in vernetzten Systemen

Elektronische Schließzylinder nehmen hierbei eine Sonderstellung ein, da diese Geräte generell offline betrieben werden und ohne externe Spannungsversorgung auskommen. Der elektronische Schließzylinder erhält seine Spannung über die Batterie, nach Betätigung mit dem Identifikationsmedium wird die Schließnase eingekuppelt und der Knauf des eletronischen Zylinders kann für einige Sekunden wie ein normaler Schlüssel bedient werden.

Dieses System ist insbesondere dann die „erste Wahl“, wenn keine Baumassnahmen wie Einbringung von Kabeln und Elektro-Türöffnern mehr möglich sind.
Über die Software wird ein Schließplan erstellt, bei dem die Zutrittsprofile hinterlegt werden mit Namen, Wochentagen und Zeiten.
Diese Profile werden über ein tragbares Programmiergerät an die einzelnen Schlösser übertragen, so dass auch hier in vollem Umfang die Berechtigungen Anwendung finden.

In vielen Fällen ist dies aber einfacher, als eine physikalische Vernetzung mittels Datenkabel.

Beispiele hierfür:

  • Abgesetztes Gebäude in größerer Entfernung
  • Übungsgelände mit großen Abmessungen
  • denkmalgeschützte Gebäude, bei denen keine Bohrungen in die Wände eingebracht werden sollen
  • das Wohnhaus mit neuer Tür
  • nicht zuletzt: zur Vermeidung der Kosten einer Kabelverlegung

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